Philharmoniker-LogoOrchester-Patenschaft
Philharmoniker Hamburg und
Albert Schweitzer Jugendorchester

1. Projekt: Gemeinsames Kammerkonzert am 9. Nov. 2008

Am 9. November 2008 haben die jungen Musiker des Albert-Schweitzer-Jugendorchesters mit ihren »großen Kollegen« in der Laeiszhalle ein anspruchsvolles Programm präsentiert. Denn schließlich ist das Konzept der Partnerschaft zwischen ASJ und Philharmonikern Hamburg: Von Profis lernen, Erfahrungen sammeln, gemeinsam musizieren.

Seit November 2006 unterstützen die Philharmoniker Hamburg mit diesem Ziel das Albert-Schweitzer- Jugendorchester. Die Profi-Musiker engagieren sich auf vielfältige Weise in der Nachwuchs-arbeit: Sie coachen die Mitglieder des Jugendorchesters, beraten sie beim Instrumentenkauf oder bei spieltechnischen Fragen und unterstützen das junge Orchester zwei Mal im Jahr im Vorfeld seiner Konzerte. Dabei geht es nicht nur um praktische Vorschläge für den großen Auftritt, sondern vor allem um eine kontinuierliche Zusammenarbeit, in der die Nachwuchsmusiker über einen längeren Zeitraum begleitet werden.

Mit Werken von Richard Strauss, Julius Klengel, Engelbert Humperdinck, Johann Sebastian Bach und Felix Mendelssohn Bartholdy bewiesen »junge Füchse« und »alte Hasen«, wie wunderbar die Ergebnisse dieser erfolgreichen Partnerschaft klingen. Unter den Zuhörern war natürlich auch Simone Young, die mit kollegialen Grußworten die Wichtigkeit des gemeinsamen Projekts unterstrich.

Milena Ivkovic

Schon seit mehreren Jahren können wir, das ASJ, bei den Registerproben mit Dozenten aus den Reihen der Hamburger Philharmoniker sehr viel lernen. Am 9. November fand jedoch erstmals ein Kammerkonzert im Rahmen unserer Patenschaft statt, bei welchem Mitglieder beider Orchester zusammen auf der Bühne standen und musizierten. Wir können auf eine spannende Probenphase zurückblicken, bei der wir viele tolle Erfahrungen machen konnten; sei es, bei einer Streichersinfonie Felix Mendelssohn Bartholdy an einem Pult mit einem Mitglied der Philharmoniker sitzen zu können und sich einiges abzuschauen oder anhand eines Brandenburgischen Konzertes von J.S. Bach den Umgang mit dem Barockbogen gezeigt zu bekommen, um nur zwei Beispiele zu nennen. Und wenn wir, was Generalmusikdirektorin Simone Young in ihrer Rede sagte, die „Profimusiker“ mit einer gewissen jugendlichen Freude an der Musik anstecken konnten, freut uns das natürlich ganz besonders, auch wenn diese, das muss gesagt sein, auf uns alles andere als einen lustlos routinierten Eindruck machten.

In diesem Sinne, vielen Dank!

Joachim Kelber

2. Projekt: Gemeinsames Sinfoniekonzert am 13. Juni 2010

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Fotos: Martin Brinckmann

Am Sonntag, dem 13. Juni 2010 fand im großen Saal der Laeiszhalle ein sehr außergewöhnliches Konzert statt. Nur eine Woche nach dem eigenen großen Sinfoniekonzert des Albert Schweitzer Jugendorchesters spielten dessen Mitglieder unter der Leitung von Simone Young zusammen mit den Musikern der Philharmoniker ein gemeinsames Konzert. Jeweils ein professioneller Kollege und ein Musiker des Jugendorchesters bildeten zusammen ein Pult. Grundlage der Zusammenarbeit ist die seit vielen Jahren bestehende Patenschaft der Philharmoniker für das ASJ, die sich in inzwischen vielerlei Verbindungen zwischen beiden Orchestern niederschlägt.

Das Programm bestand aus drei der bekanntesten und wirkungsvollsten Kompositionen des Repertoires. Eröffnet wurde der Abend mit Bernsteins Ouvertüre zu seinem Musical "Candide", wohl einer der witzigsten und schwungvollsten Kompositionen des Genres, in seiner Wirkung vielleicht nur der Straußschen Fledermaus-Ouvertüre vergleichbar. Als Solokonzert folgte das Mozartsche Klarinettenkonzert, dessen melodische Einfälle wohl jeder kennt. Seine abgeklärte Melancholie - es ist eins der letzten Werke Mozarts -, die nicht nur das bekannte Adagio, sondern auch die vitalen Ecksätze beherrscht, macht es ausdrucksmäßig, die Tiefendimension der Musik betreffend, zu etwas sehr Besonderem.

Der Solopart wurde gespielt von Johann-Peter Taferner, der nach langjähriger Mitgliedschaft im ASJ und nachfolgendem Studium in Köln dort als Konzertklarinettist insbesondere auf vielfältige Weise kammermusikalisch tätig ist neben Aushilfstätigkeiten für große Orchester, z.B. die Essener Philharmoniker.

Höhepunkt des Abends war die 8. Sinfonie Dvořáks (die "Englische"), ein Werk höchst eingängiger Melodik, in dem der singuläre "musikantische" Schwung des großen tschechischen Komponisten wie in keiner seiner anderen sinfonischen Schöpfungen zum Ausdruck kommt.